Gut aufgehoben?

 

Es gibt Dinge, die ich besitze, seit ich denken kann.

Manche haben einen Platz. Manche nicht.

Die ohne festen Platz verschwinden oft schnell. Nicht, weil sie unwichtig wären,

sondern weil niemand ihnen je gesagt hat: Hier gehörst du hin.

 

Als Tischler baue ich genau das. Orte, die auf ein bestimmtes Ding warten - abgestimmt, individualisiert.

Ein Schmuckstück in einem großen Schrank geht darin verloren. Dasselbe Stück in einer Schatulle kommt zur Geltung. 

Es hat sich nicht verändert, sondern der Rahmen stimmt.

 

 

Die Shaker hatten dafür einen Grundsatz:

   

 „A place for everything and everything in its place" - Ein Platz für alles. Alles an seinem Platz. 

 

 

Ich habe lange nicht verstanden, warum ich selbst so vieles doppelt besitze: Maschinen, Werkzeuge, Kleidung, persönliche Dinge aller Art. Alles doppelt oder gar dreifach.

Ich dachte, es sei meine Schwäche.

Dann erfuhr ich, dass ich einen Zwillingsbruder hatte. Einer, der nicht auf die Welt gekommen ist.

Gut aufgehoben - bei mir. 

 

Wenn ich mit Kunden über ein neues Möbel spreche, frage ich zuerst: Was soll hier seinen Platz finden?

Nicht: Wie viel Stauraum braucht ihr?

Wer weiß, was gut aufgehoben sein soll, weiß auch, wie der Platz dafür aussehen sollte.

 

Wir tauschen Zeit gegen Dinge, die wir besitzen. Gelebte Stunden. Verdientes Geld.

Vielleicht brauchen die Dinge mehr als ein unachtsames Weglegen.

Einen Ort, der sagt: Du gehörst hierher. Du wirst gesucht – und gefunden.

Gut aufgehoben.

 

  • Gibt es etwas in deinem Leben, das du besitzt – aber noch nie wirklich aufgehoben hast?

 

Herzliche Grüße, Peter Seeland

Vom Einfachen das Beste.